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Archiv

Projektergebnisse zur Frauengeschichte in Sachsen-Anhalt

Auswahlbibliographie

Seit 1990 entstanden im Land Sachsen-Anhalt zahlreiche Projekte, die sich Themen lokaler Frauengeschichte widmen. Die Mehrzahl von ihnen begannen die Spurensuche nach weiblichem Leben und Wirken im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. In mühevoller intensiver Suche entstanden wichtige Sammlungen zu weiblichen Lebenswelten, wurden Erinnerungen an Frauen wieder lebendig, Ortsgeschichte um wichtige Aspekte erweitert.

Ergebnisse der Projekte sind in nachfolgender Bibliographie zusammengestellt.

AnsprechpartnerInnen für Interessierte sind die Gleichstellungsbeauftragten der Städte und Landkreise.

2025 FRAUEN.FESTE.FEIERN

Jubiläums-Höhepunkte sind
hier im Jahresrückblick-Video
(auf unserem YouTube-Kanal) zu sehen!


Vor 25 Jahren wurde am 31. Mai 2000 in Zörbig  (Sachsen-Anhalt) bundesweit der erste FrauenOrt eingeweiht. Das war der Anlass für einen „Gratulations-Blumenstrauß“ von gemeinsamen Netzwerk-Aktivitäten in 2025 rund um den 25. eines Monats. Es war uns ein FEST!

👉 Am27. Oktober 2025 fand unsere zentrale Festveranstaltung „FRAUEN.FESTE.FEIERN – 25 Jahre FrauenOrte-Frauengeschichte in Sachsen-Anhalt“ in Halle (Saale) mit über 100 Gästen statt, welche u.a. Grußworte der Schirmfrau der Veranstaltung Ministerin Petra Grimm-Benne, der Festrede „mittendrin und doch außen vor. Eine Ausstellung sorgt für PerspektivWechsel“, ein FrauenOrte-Kaleidoskop mit finaler Performance sowie anschließendem FrauenOrte-Netzwerkeln miterlebten. (Details siehe Zeitungsartikel )

Ministerin Petra Grimm-Benne beim Anschneiden der Jubiläumstorte
Unser herzlicher Dank gilt:

Gleichstellungsministerin Petra Grimm-Benne und der Beigeordneten für Bildung und Soziales der Stadt Halle Katharina Brederlow für ihre wertschätzenden Grußworte sowie der Projektgründerin und -begleiterin Dr. Elke Stolze für die Festrede mit ihrem Blick zurück an den Projektbeginn.

Wir danken der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Halle Daniela Suchantke und ihren Mitarbeiterinnen insbesondere dafür, dass die zentrale Festveranstaltung im historischen Ambiente des Stadthauses Halle stattfinden konnte!
Danke an Dr.in Grit Wendelberger für Konzeption und künstlerische Umsetzung der Festtafel- und Gabentisch-Ausgestaltung sowie allen weiteren Mithelfenden z.B. vom Trägerverein Courage e.V. für die tatkräftige organisatorische Unterstützung. Und nicht zu vergessen:
Danke unseren „historischen Frauenzimmern“ und deren männlichen Begleitern, die aus ganz Sachsen-Anhalt zu uns gekommen sind und das Festprogramm aktiv mitgeprägt haben. Danke für die Grüße und Glückwünsche aus den Schwesterprojekten, wobei uns zwei Kolleginnen aus Niedersachsen und Sachsen persönlich „ihre Aufwartung machten“ und tatkräftig mithalfen.
Danke ebenso an Ina Friebe und Steffi Hildebrandt für ihre musikalischen Beiträge zu weiteren FrauenOrten und an die Auszubildende Cara Elea Schimmelpfennig der Bäckerei Kirn, die uns die Jubiläumstorte kreierte!


👉 Weitere Video- und Fotoimpressionen hier:

im Rückblick auf die Jubiläums-Veranstaltungen in verschiedenen sachsen-anhaltischen Regionen inklusive herzlichem Dank an alle mitwirkenden Netzwerk-Partner*innen sowie Ilja Richter & Aleksandar Turuntas für die filmische Begleitung & die Video-Zusammenfassungen.

👉Video von der Festveranstaltung am 27. Oktober 2025


👉 in Weißenfels hieß es übrigens auch in 2026 weiter „FRAUEN.FESTE.FEIERN“ – siehe die ganze Jubiläumsreihe (!) u.a. mit Erzählcafés, Ausstellungen, Konzerten oder Workshop noch bis 26. März 2026:


👉 im Burgenlandkreis wurde gleich an mehreren (Frauen)Orten gefeiert wie
z.B. in Nebra und Weißenfels (siehe Flyer)

👉 sowie am 10. Oktober 2025 ein ganzer „Filmtag“ im Naumburger Cineplex als Regio-Jubiläumsveranstaltung geboten.


👉 25. August 2025 in Halberstadt: „FRAUEN.FESTE.FEIERN 25 Jahre FrauenOrte Sachsen-Anhalt – eine Harzreise zu schreibenden Frauen

Das Gleimhaus lud zu einer literarischen Reise ein, denn neben der gekrönten Poetin Anna Louisa Karsch haben sich durchaus auch andere Frauenpersönlichkeiten aus dem Harz schreibend betätigt. Bekanntes und weniger Bekanntes war von Äbtissin Anna II. zu Stolberg, Gräfin Juliana von Stolberg, von Dr.in Dorothea Erxleben, von Gräfin Anna zu Stolberg-Wernigerode und Minna Bollmann zu hören. Besonderer Dank gebührt den Gastgeberinnen Dr.in Ute Pott, Brigitte Nehring und dem Gleimhaus-Freundeskreis sowohl für die Idee und die Initiative zur Umsetzung als auch die persönliche Mitwirkung! PS: Die Häufung „derer aus dem Hause Stolberg“ ist auffallend & könnte zur Fortsetzung in 2026 inspirieren…


👉 in die Altmark wurde am 25. Juni 2025 zu einem „Spaziergang mit Jenny“ in die Hansestadt Salzwedel eingeladen und viele kamen! „Ganz überraschend“ auch Jennys Karl mit „K“ ;-). Deren Wiedersehensfreude war ebenso begeisternd wie die musikalischen Beiträge früherer Komponistinnen – vorgetragen von jungen Frauen aus der Kreismusikschule. PS: Der Spaziergang wurde wegen großer Nachfrage noch einmal am 6. September 2025 wiederholt.


Am 25. Mai 2025 bildete unsere Jubiläums-Radtour zu den FrauenOrten in Dessau-Roßlau den Auftakt. Trotz nass-kühlem Wetter hatten wir viel Spaß beim Frauengeschichte(n) erFAHREN! PS: Gerne teilen wir mit Interessierten unsere Route zum Nachfahren.


& verschiedene FrauenOrte nahmen eigene FrauenOrte-Jubiläen in 2025 zum Anlass, um FRAUEN.FESTE.FEIERN zu können:

👉 21. Juli 2025 in Burg im Jerichower Land: alljährlich wird an Reimanns Geburtstag an die berühmte Tochter der Stadt Burg erinnert und traditionell eine Altstadtlesenacht veranstaltet. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Projektes „FrauenOrte – Frauengeschichte in Sachsen-Anhalt“ wurde am 21. Juli 2025 trotz Regengüssen an der Brigitte-Reimann-Promenade der berühmten Tochter der Stadt Burg gedacht und die mit Projektmitteln erneuerte FrauenOrte-Tafel offiziell enthüllt. Dank bewährter Netzwerk-Kooperation kann die Tafel wieder deutlich sichtbar auf den seit 2015 bestehenden 51. FrauenOrt zu Ehren der Schriftstellerin Brigitte Reimann hinweisen. Im Anschluss an die kurze Zeremonie ging es weiter zum -wetterbedingt in die Kirche- verlegten Programm der „14. Altstadtlese und Buchpremiere“.


👉 im Harz wurde am 27. Juni 2025 zur „Soirée mit Gräfin Annaauf Schloß Wernigerode anlässlich 25. Geburtstag des Wernigeröder FrauenOrtes geladen.
Gräfin Anna (charmant verkörpert von Kustodin Katrin Dziekan & gekleidet in ein fürstliches Gewand, das dem Original des 19. Jahrhunderts bis ins Detail nachempfunden ist) führte durch das Schloß. Gestärkt von einer leckeren Gartenträume-Bowle und kleinen Knabbereien wurde anschließend zu einer Lesung mit Nicole Haase (Schauspielerin, Theaterregisseurin und Rezitatorin) geladen, die uns Theodor Fontanes „Mathilde Möring“ vorstellte. Die Veranstaltung war eine Kooperation mit dem Frauenzentrum Wernigerode, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Wernigerode und des Landkreises Harz. DANKE allen Mitwirkenden für die gelungene Geburtstagsfeier an diesem hoch oben gelegenen FrauenOrt!


👉 Bei hochsommerlichem Wetter nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit im kühlen Industrie- und Filmmuseum zur 👉Geburtstagsfeier am 21. Juni unter dem Motto: Schuh & Rad trifft Film & Faser“ vorbeizukommen. Aus Europas ehemals größtem Schuhstandort Weißenfels kam die „FRAUEN.ARBEIT-Ausstellung“ zu Besuch nach Wolfen in den größten Frauenbetrieb in der DDR. Historische Fahrräder verwiesen auf das Radfahren als Anschubhilfe zur Frauenemanzipation. Die vielen toll restaurierten Räder wurden von den „IRENE“ – Vereinsmitgliedern trotz Sommerhitze persönlich nach Wolfen gefahren. Danke an das mitveranstaltende Industrie- und Filmmuseum Wolfen und Frauenzentrum Wolfen (und deren Chefin Sandy Bieneck auch für die Fotos) sowie an die Unterstützer*innen Irene Fahrrad Haus Bitterfeld, Museum Weißenfels im Schloss Neu-Augustusburg, Landkreis Anhalt-Bitterfeld & Stadt Bitterfeld-Wolfen sowie das Netzwerk Industriekultur!



Anregungen für Ausflugs- oder Urlaubspläne

Hier geht es zu weiteren Anregungen für Ausflugs- oder Urlaubspläne, um unser #echtschoensachsenanhalt zu erkunden.

👉 Individuelle Spaziergänge rund um unsere FrauenOrte geplant? Hier gibt es Tourenvorschläge von A wie Aschersleben bis Z wie Zörbig für die „Draußen-Zeit“ – nicht nur in den Ferien! Und zu immer mehr Themen und Orten z.B. in der WelterbeRegion Anhalt-Dessau- Wittenberg werden kostenfreie Actionbound-Touren angeboten.

👉Geführte frauengeschichtliche Stadttouren wie in Halle oder weitere auch in Köthen, Quedlinburg, Tangermünde, Weißenfels oder Dessau-Roßlau.

Karten-Titelblatt

👉#frauengeschichte_erFAHREN? Im gesündesten und aktivsten Wortsinne? Auch kein Problem, einfach mal hier „abbiegen“ zu Tourenvorschlägen für ganz Sachsen-Anhalt!

Zur Vorbereitung nutzen Sie gern auch die Touristische Übersichtskarte zu unseren 52 FrauenOrten in 37 Städten und Gemeinden in ganz Sachsen-Anhalt!
Unter der 👉 Rubrik FrauenOrte Überblick können Sie sich einen solchen verschaffen oder auch ganz gezielt nach den Angeboten und Ansprechpartner*innen vor Ort suchen. Übrigens, die Karte ist downloadbar und somit auch offline nutzbar bzw. liegt vielerorts bei Tourismus-Einrichtungen aus.

An vielen Stellen in Sachsen-Anhalt kreuzen (oder besser: ergänzen!!!) sich unsere FrauenOrte und die Stationen der touristischen Themenverbünde Gartenträume, Straße der Romanik und Lutherweg in Sachsen-Anhalt – schauen Sie deshalb gern hier einmal vorbei!

Die Musen sind weiblich

Frauen der frühen Neuzeit in Musik, Literatur und bildender Kunst – wurde als Sonderausstellung vom Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels produziert und war bis März 2025 dort erstmals ausgestellt. Sie ist als objektfreie Wanderausstellung konzipiert und kann ausgeliehen werden. Anfragen bitte direkt an Dr. Maik Richter vom Heinrich-Schütz-Haus in Weißenfels stellen.

Die Ausstellung soll zur Beschäftigung mit Künstlerinnen aus Italien, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Spanien anregen, die zwischen der Mitte des 16. Jahrhunderts und der Zeit um 1700 gelebt und gewirkt haben.“
(Quelle: https://schuetzhaus-weissenfels.de/event/die-musen-sind-weiblich/)

„Neun olympische Musen kennt die Antike. […] In der Ausstellung präsentieren diese Musen berühmte Künstlerinnen des 16./ 17. Jahrhunderts, deren Werke erst seit dem 21. Jahrhundert nach und nach wiederentdeckt werden.

Es begegnen uns Sängerinnen, Instrumentalvirtuosinnen und Komponistinnen wie Francesca Caccini, Isabella Leonarda und Barbara Strozzi; wir lernen Malerinnen kennen wie Sofonisba Anguissola, Artemisia Gentileschi, Judith Leyster und Rachel Ruysch oder die malende und zeichnende Naturforscherin Maria Sibylla Merian; unter den Dichterinnen begegnen wir u.a. Louise Labé, Gaspara Stampa und María de Zayas y Sotomayor, aber auch der „Sappho von Greifswald“ Sibylla Schwarz, die zufällig die gleichen Lebensdaten wie die erste Tochter von Heinrich Schütz, Anna Justina (1621-1638) aufweist.

Einige der Frauen, deren Leben und Werk in der Sonderausstellung veranschaulicht werden sollen, stammen aus Adels-, andere aus wohlhabenden Bürgersfamilien, wiederum andere aber auch aus ärmsten Verhältnissen. Manchen wurde durch ihre Familien, anderen durch den Besuch einer Klosterschule, wiederum anderen durch Kontakte zu berühmten Künstlern eine besondere Ausbildung zuteil, die ihnen eine eigenständige künstlerische Entfaltung ermöglichte.

Bei aller Unterschiedlichkeit ist eines unbestritten: Alle diese Frauen und noch viele andere mehr dichteten, malten und musizierten sich in die Herzen auch ihrer männlichen Zeitgenossen.


Extratipp aus Berlin für Musikinteressierte: „Komponistinnen in der Alten Musik“
Ein Konzertzyklus mit Cité des Dames & Guests
von SONUS FEMINÆ im Jahr 2025:

Die Konzertreihe begann am 1. März, ab 18:30 Uhr mit “THE WOMAN QUESTION”, einem musikalisch-literarischen Abend, der das Werk Christine de Pizans und die Geschlechterdebatten der frühen Neuzeit lebendig werden lässt.

Prof. Margarete Zimmermann hat mit einem aufschlussreichen Vortrag zusätzliche Einblicke in die historischen und literarischen Facetten der „Querelles des Femmes“ geboten. Dieser Konzertabend bot eine beeindruckende Verschmelzung von Musik, Literatur und Wissenschaft unter der Regie von Iñigo Giner Miranda, der das Publikum auf eine intellektuell wie künstlerisch bereichernde Reise mitnahm.

Weitere Konzerte finden am 4. Oktober sowie 1. und 29. November 2025 statt




Frauen und Industriekultur

Neben Gartenträumen und der Straße der Romanik kooperiert unser FrauenOrte-Projekt seit 2024 mit einem weiteren touristischen Landesprojekt, dem Netzwerk Industriekultur Sachsen-Anhalt (NIK). Daraus ergeben sich z.B. bemerkenswerte thematische, örtliche und terminliche Schnittmengen:

VORSCHAU:

Industriekulturelle und künstlerische FrauenGeschichte(n) erzählt(e) z.B. das OSTEN FESTIVAL in Wolfen, einem unserer FrauenOrte (Rückschau mit Archiv-Beiträgen)
👉Die nächste Ausgabe von OSTEN – Festival für Kunst und gegenseitiges Interesse findet unter dem Motto „Kraftwerk Zukunft“ vom 12. bis 27. September 2026 in Zschornewitz und Wolfen-Nord statt.

RÜCKBLICK:

👉Am 16. Tag der Industriekultur rund um den Sonntag, 12. April 2026 wurden an über 100 Standorten Besichtigungen, Führungen und Vorträge in ganz Sachsen-Anhalt geboten wie z.B. auch an unseren FrauenOrten in Bad Kösen und Weißenfels (s.u.)

Die 21. Merseburger DEFA Filmtage brachten unter ihrem 2026er Motto „21 Takte Leben – Arbeit, Aufbruch und Applaus“ mit DEFA-Spielfilmen und aktuellen Dokumentationen „bewegte und bewegende Geschichte“ aus der industriellen Arbeitswelt der DDR auf die Kino-Leinwand! (Programm).
Zur 👉Filmaufführung am 11. April 2026 im Merseburger Domstadtkino spürte FrauenOrte-Koordinatorin Anke Triller im Gespräch mit Protagonistinnen und Regisseur dem „Stolz und Eigensinn“ im gezeigten 1990er Archivmaterial & den Fraueninterviews nach.



Die Weißenfelser Ausstellung „FRAUEN.ARBEIT – Frauen in der Produktion in der DDR“ (und der zugehörige Film) war am 24. April 2025 beim „Frauen.Arbeit: Erzählcafé zu den Frauen in der Schuhindustrie (Rathaus Wießenfels, Sitzungsaal, Markt 1) zu sehen. Am 21. Juni 2025 war sie außerdem als Teil der Geburtstagsfeier zum 25. FrauenOrte-Geburtstag im Industrie- und Filmmuseum Wolfen zu Gast.

Außerdem wurde aufgrund des großen Interesses die Ausstellung „Nach den Maschinen. Industriefotografie aus Sachsen-Anhalt“ (s.u. Rückblick zum 12.12.24)
im April 2025 erneut für vier Wochen in Halle (Saale) gezeigt. Die Fotografinnen Elke Busching, Claudia Fährenkemper, Annemarie Giegold-Schilling, Stephanie Kiwitt, Gerda Leo, Franziska Meister, Emilia Prescher, Inge Rambow, Monika Rechsteiner, Evelyn Richter und Sigrid Schütze-Rodeman waren mit Werken vertreten.

👉15. TAG DER INDUSTRIEKULTUR SACHSEN-ANHALT Unsere FrauenOrte in Diesdorf, Weißenfels und Wolfen sowie das Waschmittelmuseum Genthin waren vom 10.-13.04.2025 mit eigenen TIK-Angeboten dabei.

👉 23.03.2025 Tagesexkursion zum Bad Kösener FrauenOrt! Herzlichen Dank an Kristin Gerth für die Kuratorin-Führung! Unsere Frauengruppe aus Erfurt, Halle und Merseburg besuchte Käthes „Puppenstube“ in Bad Kösen und erfuhr Erstaunliches über die Puppenunternehmerin Käthe Kruse. Deren ungewöhnliche Biographie -von der Theaterschauspielerin und heimischen Puppenschöpferin zur Arbeitergeberin und Marketingfachfrau – steht im Mittelpunkt der Dauerausstellung im Erdgeschoss der Kunsthalle im Museum Romanisches Haus.

👉Bis Dezember 2024 war im Salinemuseum Halle die Jahresausstellung„Nach den Maschinen – Industriefotografie aus Sachsen-Anhalt zu sehen. Fragen wie „Gibt es einen femininen Blick auf die (Industrie-) Geschichte? Was erzählen Fotos über die abgebildeten Arbeitenden?“ wurden beim Gesprächsabend „Von Fotografinnen und Arbeiterinnen“ am 12.12.2024 gestellt, der von Anke Triller (FrauenOrte Sachsen-Anhalt) und Josepha Kirchner (Netzwerk Industriekultur Sachsen-Anhalt) organisiert und moderiert wurde. Die Fotografinnen Christina Glanz und Ramona Schacht sprachen mit DDR-Zeitzeuginnen und (das Leben und Selbstverständnis von) Arbeiterinnen und den femininen Blick auf Industriegeschichte.

Während der Veranstaltung gab die Weißenfelser Ausstellung „FRAUEN.ARBEIT – Frauen in der Produktion in der DDR“ einen kleinen historischen Überblick über die weibliche Erwerbsarbeit im VEB Schuhkombinat „Banner des Friedens“. Sie ergänzte also mit einem Rückblick auf einen weiteren Industriezweig -neben Chemie- und Kohleindustrie- mit hoher Frauen-Beschäftigungsquote. Danke an das Schuhmuseum im Schloss Neu-Augustusburg, unserem Weißenfelser FrauenOrt) für die Bereitsstellung der Rollups, die übrigens weiter ausgeliehen werden können (Details hier)

👉 Den öffentlichen Auftakt der NIK-FrauenOrte-Zusammenarbeit bildete der 14. Tag der Industriekultur in Sachsen-Anhalt (TIK) (21.04.2024). Unter dem Motto „#moderndenken ZUKUNFT ERINNERN“ hatten wir ins Waschmittelmuseum Genthin zum Erzählcafé mit den Genthiner Waschfrauen eingeladen (siehe auch Podcast-Nr. 33). Wir haben mit diesen Zeitzeuginnen über ihre Arbeitsbiografien gesprochen und warum sie seit Jahren ehrenamtlich den Fortbestand dieses einzigartigen Waschmittelmuseums Deutschlands absichern. Ob das auch noch in den Folgejahren möglich sein wird, steht leider keinesfalls fest.

Weiteren industriegeschichtlichen Spuren kann auch an unseren FrauenOrten in Dessau-Roßlau (Bauhaus Dessau und Stadtmuseum), Diesdorf (Altmark), Weißenfels und Wolfen gefolgt werden!

Museum für Stadtgeschichte im Dessauer Residenzschloss (Johannbau)
Schuhmuseum im Schloss Neu-Augustusburg Weißenfels:

Das Weißenfelser Schuhmuseum mit sowohl Mode- als auch Industriegeschichte wird in der Podcast-Folge des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt „Schuhe! – Industriekultur und Schuhproduktion in Weißenfels -Von den FlipFlops der Pharaonen zu Designerschuhen“ näher vorgestellt.

„Nach ferner erinnern bekennt sie …“

Das Projekt FrauenOrte FrauenGeschichte in Sachsen-Anhalt hat vor einiger Zeit regionale Forschungen zum Thema Hexenverfolgungen und Hexenprozesse auf dem Territorium von Sachsen – Anhalt initiiert. Die Ergebnisse wurden sowohl in einem Beitrag in dem Buch „FrauenOrte – Frauengeschichte in Sachsen-Anhalt“ (mdv Halle 2000), in dem Heft „… viele und manchfeldige Missethaten …“ der Reihe „Frauenleben Frauenalltag – gestern und heute“ des Courage e.V. Halle (Halle 2001) als auch mit der Wanderausstellung „Nach ferner erinnern bekennt sie …“ vorgestellt.

Die Wanderausstellung „Nach ferner erinnern bekennt sie …“ wurde am 17. April 2002 in Schönebeck (Elbe) erstmals und danach an mehr als 40 Orten auch außerhalb des Landes Sachsen-Anhalt gezeigt.

Die mit Unterstützung der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, dem Regionalverband Harz e.V., der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und dem Ingenieurbüro Michael Herbst entstandene Ausstellung stellt auf 20 Stoffbannern regionale Untersuchungsergebnisse vor. Ausgehend von dem bereits seit der Frühzeit der Hexenverfolgungen im 15. Jahrhundert hergestellten Zusammenhang zwischen Brocken und Walpurgis werden sowohl die Anfänge der Hexenverfolgungen und ersten Prozesse eingeschlossen das Prozessverfahren als auch der zeitgenössische Umgang mit dem Thema dargestellt.

Für das Territorium von Sachsen-Anhalt konnten bisher ca. 250 Hexenprozesse nachgewiesen werden. In der Ausstellung werden diese Ergebnisse sichtbar und an ausgewählten Beispielen aus den Stolberger Harzgrafschaften, Schönebeck/ Bad Salzelmen, Dessau und Wittenberg vertieft. Die Ausstellung gewährt Einblicke in Prozessverfahren, macht erstmals Betroffene der Region namhaft und spürt der Frage nach einer möglichen Revision von Urteilen in Hexenprozessen nach.

Abschließend regt die Ausstellung an, über heutige Vermarktung der Walpurgisnacht nachzudenken und zeigt auf, dass eine Kräuterfrau, Köhlerliesel oder Kiepenfrau … mögliche Alternativen zur Hexe als touristische Attraktion oder Begleiterin sein können. Damit eröffnet sich zugleich die Möglichkeit weibliche Lebens- und Erfahrenswelten einer Region sichtbar zu machen und eine Vorstellung von Alltagsleben für heutige BesucherInnen zu transportieren.

Fotoimpressionen

Informationen und Anfragen

Informationen und Anfragen zur Ausleihe der Textilbanner richten Sie bitte an:

Courage e.V. Halle
Falladaweg 9
06126 Halle (Saale)
Ansprechpartnerin: Dr. Elke Stolze
E-Mail: info@courage-halle.de

„Aus dem Rahmen gefallen“

Starke Frauen im Jerichower Land

© Landkreis Jerichower Land

In diesem Ausstellungs-Projekt des Fördervereins Genthiner Stadtgeschichte e. V. werden dreizehn Frauenpersönlichkeiten vom 17. bis zum 20. Jahrhundert präsentiert, die im Jerichower Land und darüber hinaus wirkten. Die Biografien – neben der „Untreuen“ (Elisabeth von Ardenne) und der „Leidenschaftlichen“ (Brigitte Reimann) z.B. auch die einer Scheintoten, einer Emanze oder einer Wohltätigen– geben ungewöhnliche Einblicke in die regionale Geschichte und die Emanzipation der Frauen.

„Aus dem Rahmen gefallen“ ist vom 3. bis 31. März 2025 in der Genthiner Kreisbibliothek zu besichtigen.

Ausleih-Interessent*innen können sich beim Kreismuseum in Genthin melden unter kreismuseumjl.genthin@web.de.
Das gemeinsame Projekt mit dem Kreismuseum Jerichower Land wurde gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Verfolgte-vertriebene-vergessene Frauen

Die Wanderausstellung „Verfolgte-vertriebene-vergessene Frauen“ – Gegen das Vergessen“ war bereits an verschiedenen Orten zu sehen. Sie entstand im Rahmen der Umsetzung des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit Sachsen-Anhalt unter Mitwirkung von Jugendlichen der Saaleschule (H)alle. (Im Sommer 2019 wurde von den Projektteilnehmer*innen diese Radiosendung bei Radio Corax Halle produziert.)

Auf 14 Tafeln werden 92 Autorinnen und Bauhauskünstlerinnen in Text und Bild vorgestellt, die im Zeitraum 1933 bis 1938 durch die Nationalsozialisten ausgegrenzt, diskriminiert und verfolgt wurden. In der Ausstellung erfahren Sie zum Beispiel einiges über Bauhausfrauen wie Lucia Moholy-Nagy, Friedl Dicker, Otti Berger, Grete Stern oder Marguerite Friedlaender. An die Schicksale von Literatinnen wie Milena Jesenská, Maria Leitner, Lili Grün, Gertrud Kolmar, Elise Richter, Rose Ausländer, Selma Meerbaum oder Hedwig Dohm werden wird erinnert.

Diese und weitere frauenhistorische Wanderausstellungen können ausgeliehen werden, Anfragen bitte direkt an das Frauenzentrum Dornrosa e.V. in Halle richten.

Tipps

FrauenOrte individuell entdecken – Outdoor-Ferientipps:

👉Unsere kleine Auswahl an Touren-Vorschlägen für Rundgänge bzw. Exkursionen von A wie Aschersleben bis Z wie Zörbig können jederzeit für eine individuell geplante Outdoor-Spurensuche rund um unsere FrauenOrte genutzt werden.

ASCHERSLEBEN, älteste Stadt Sachsen-Anhalts, bietet u.a. eine Architektur- und eine Parkroute (möglicher Beginn z.B. am FrauenOrt „Drei-Bogen-Tor“ am Bestehornpark).

BURG (bei Magdeburg) lädt ein zu einem Spaziergang durch die Straßen und Gärten der Geburtsstadt von Brigitte Reimann. Jährlich zu Brigittes Geburtstag am 21.Juli findet eine Altstadtlesenacht von und in der gleichnamigen Stadtbibliothek statt.

DROYSSIG bei Zeitz: Über 70 Bärentatzen führen zu verschiedenen Haltepunkten eines Audioguides (per QR-Code aufs Handy abrufbar), der von Schüler:innen des hiesigen Gymnasiums eingesprochen wurde. Deren Schule nutzt heute die Räumlichkeiten der ehemaligen Droyßiger Anstalten gleich gegenüber vom Schloss mit dem Bärenzwinger. Kinder haben besonders viel Spaß an dieser tierischen Ortsführung.

GERNRODE: Die hiesige Kulturlehrpfad-Route (inkl. Flyer) entstand 2017 durch die Klasse B1 der SINE-CURA-Schule Gernrode – einer Förderschule für Geistigbehinderte im Rahmen eines Projektes der Initiative „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“, dem Schulprogramm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Kann mithilfe der Actionbound-App zu einer digitalen Ralley ausgebaut werden und führt auch an der Alten Elementarschule vorbei.

HALLE Sechs Stationen einer Wanderroute folgen den Lebensspuren der Felicitas von Selmenitz, die sich schon früh zur Reformation bekannte und deshalb Halle sogar verlassen musste. (Der Weg vom Marktplatz zum Stadtgottesacker führt direkt vorbei am FrauenOrt Freiweltliches Adeliges Fräuleinstift in der Rathausstraße.)

Lutherstadt WITTENBERG Auf dem Luthersteig-Weg kann die Stadt und Natur Martin Luthers erkundet werden, gestartet wird am Lutherhaus (und FrauenOrt zu Ehren von Katharina von Bora-halten Sie im Innenhof Ausschau nach dem Denkmal und der Tafel).


ZERBST Die Katharina-Route führt zu 10 höfischen Stationen der Zerbster Prinzessin durch die alte Anhaltische Stadt mit den altehrwürdigen Stadtmauern (natürlich auch vorbei am FrauenOrt Kavaliershaus in der Schloßfreiheit, wo heute die Sammlung Katharina II untergebracht ist).

ZÖRBIG Hier führt ein Stadtspaziergang mit einheitlich gestalteten Hinweistafeln zu 16 Zörbiger Sehenswürdigkeiten (der bundesweit allererste FrauenOrt ist Station Nr. 14).

Gabriele Reuter – Ein Frauenleben vor 100 Jahren

Der 15. FrauenOrte-Geburtstag (nachgeholt aus 2023) und der 165. von Gabriele Reuter wurde am 24. September 2024 im Rahmen von „Literatur findet Stadt“ in Haldensleben zünftig begangen. GROSSES DANKESCHÖN an veranstaltende Gastgeberin Judith Vater, die als Museumsleiterin mit ihrem Team ein Programm bot, das den FRAUENLEBEN-Bogen vom Gestern zum Heute spannte!

Kleine Nachlese zum Tagungsprogramm und ein paar Fotoimpressionen:

Kleine Fachtagung anlässlich Gabriele Reuters 165. Geburtstages und 15 Jahre FrauenOrte Haldensleben am 24. September 2024 im Museum Haldensleben

Tagungsprogramm:
13:00 Uhr: Begrüßung, Einführung ins Thema
Gabriele Reuter im Allgemeinen und Besonderen und ihre Bezüge zur Stadt Neuhaldensleben, 15 Jahre FrauenOrt Haldensleben und wie es dazu kam
Lesung aus Gabriele Reuters 1908 erschienen Roman „Das Tränenhaus“

14:45 Uhr: 2023 – 100 Jahre Kinderbetreuung im Haus Maschenpromenade 8.
Von der Kinderbewahranstalt zur Evangelischen Kindertagesstätte und Vorstellung der Chronik der ehemaligen Kindergartenleiterin Monika Otto und Bericht über die Anfänge der Kinderbetreuung in Haldensleben

16:00 Uhr Diskussion (moderiert von Judith Vater mit
Sigrun Förster (langjährige Kita-Fachberaterin, Landkreis Börde):
Kinder- und Frauenfürsorge der letzten 35 Jahre in Haldensleben und im Landkreis Börde.
Brigitte Klaus (Vorsitzende des LaNA e.V. und Stilberaterin):
Warum brauchen Frauen heute noch immer besondere Unterstützung, Stärkung und Begleitung oder ist die Frau generell unter Schutz zu stellen?
Anke Triller (FrauenOrte-Koordinatorin Sachsen-Anhalt):
Was macht die FRAU in Sachsen-Anhalt so besonders und was ist MUTMACHEND für die Sachsen-Anhalterinnen?

18:00 Uhr Liederabend mit CLAUDIA WOLOSZYN im Museumshof