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Schloss Stolberg (Harz)

Juliana, Gräfin zu Stolberg und Wernigerode wurde am 15.02.1506 als fünftes Kind des regierenden Grafen Botho (1467-1538) und dessen Ehefrau Anna von Eppstein und Königstein (1481/82-1538) auf Schloss Stolberg (Harz) geboren.

Ihre Kindheit verbrachte sie bis zu ihrem 13. Lebensjahr in Stolberg. Danach kam sie zur weiteren Erziehung und Vorbereitung auf eine standesgemäße und für die Grafschaft Stolberg wichtige politische Hochzeit an den Hof ihres Onkels, Graf Eberhard von Eppstein und Königstein. Dieser verhandelte auch den Vertrag zu ihrer ersten Eheschließung mit dem Grafen Philipp II. von Hanau-Münzenberg, die am 9. Juni 1523 in Hanau geschlossen wurde.

Mit Graf Philipp hatte sie fünf Kinder. Nach dessen frühem Tod 1529 heiratete sie 1531 den ebenfalls verwitweten Grafen Wilhelm von Nassau-Dillenburg (1487-1559).

Juliana wurde Mutter von weiteren 12 Kindern. Die Familie war ihr Lebensmittelpunkt. Sie pflegte einen umfangreichen Briefwechsel mit ihren eigenen Geschwistern wie auch mit ihren Kindern und deren Familien. Mit viel Geschick und Sachkenntnis regelte sie Probleme.

Ihr ältester Sohn aus zweiter Ehe, Wilhelm von Oranien, prägte als herausragende Persönlichkeit europäische Geschichte. Als Erbe umfangreicher Besitzungen der niederländischen Nassauer, einschließlich des in Südfrankreich gelegenen Fürstentums Oranien, führte er den Freiheitskampf der Niederländer gegen die spanische Krone an. Wilhelm von Oranien hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg der Niederlande und wird dort bis heute als Nationalheld verehrt.

Aus der Linie seines jüngeren Bruders Johann entstammt das heutige niederländische Königshaus der Oranier, seine Mutter Juliana wird als dessen Stammmutter gesehen. Juliana unterstützte mit der gesamten Familie Nassau den Kampf ihres Sohnes und wurde über die üblichen Pflichten einer Mutter auch zum Mittelpunkt weitreichender politischer Entscheidungen.

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Weiterführende Hinweise:

zum Besuch des Schlosses bzw. auch zu Stadt-und Schlossführungen

Zur Ferienstraße Oranier-Route (Infos auf Niederländisch ), denn Stolberg im Harz ist als Geburtsort der Stammmutter Juliana eines von 10 Hightlights in Deutschland. Weitere Stationen der Oranier-Route in Sachsen-Anhalt sind in Dessau, Oranienbaum und Wernigerode mit weiteren FrauenOrten zu finden

Zu weiteren Stadt- und Sonderführungen im Harz (in den FrauenOrten Halberstadt, Wernigerode und Quedlinburg), die auch in Niederländisch angeboten werden:

Zu den Schlossgärten in Stolberg als ausgewiesene „Gartenträume-Historische Parks in Sachsen-Anhalt“ mit 360-Grad-Panorama-Aufnahmen und erkundbar mit dem neuen digitalen Gartenträume Stempel-Pass

In Stolberg wurden nicht nur Juliana und weitere Sprösslinge derer von Stolberg, sondern auch der Reformator Thomas Müntzer geboren. Rund um die Bauernkriegsereignisse von 1525 wurde auch zugehörige Frauengeschichte(n) überliefert

👉 z.B. das bisher einzige überlieferte Schriftstück von seiner Ehefrau Ottilie, ein Bittbrief von Ottilie Müntzer geb. von Gersen um die Herausgabe des Erbes von ihrem am 27. Mai 1525 hingerichteten Mann Thomas, nachzulesen in der 2025 eröffneten neuen musealen Daueraustellung „Alte Münze“ in Stolbergs Stadtmitte

👉 „Am Jüngsten Tag – eine Abrechnung“ heißt die neue szenische Lesung von Mathias Mertens, Daniel Minetti und Vicki Spindler. Das Stück feierte am 23. Mai 2025 im Panorama Museum auf dem Schlachtberg in Bad Frankenhausen erfolgreich Premiere – natürlich wieder mit Ottilie Müntzer als Protagonistin – im fiktiven Gespräch mit Müntzer und Luther.

👉 Vicki Spindler arbeitete anlässlich Bauernkriegsgedenkens ihr erstes Ottilie-Müntzer-Stück „Und der Regenbogen endet nicht“ für Kinder um. Nun kann es als „Ottilie und die zwei wichtigen Zauber der Welt“-Lesung mit anschließendem gemeinsamen Austausch beim zugehörigen Würfelspiel in Schulen oder bei Familientreffs für alle ab 8 Jahren angeboten werden. (Diesbezügliche Anfragen bitte per Mail an die FrauenOrte-Koordinierungsstelle richten.)