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Gedenkstätte für Opfer der NS-„Euthanasie“ Bernburg

In der „Euthanasie“-Anstalt Bernburg wurden zwischen 1940 und 1941 mehr als 9.000 Insassen von Heil- und Pflegeanstalten in einer Gaskammer getötet.

Mehr als die Hälfte von ihnen waren Frauen unterschiedlichen Alters. Sie waren geistig behindert oder durch die Umstände des Lebens psychisch erkrankt. Manche wurden von Kindheit an in einer entsprechenden Einrichtung betreut, andere hatten ihr Leben lang gearbeitet. Manche waren an einer gescheiterten Verlobung verzweifelt, andere litten an den Folgen eines Unfalls.

Ihnen folgten zwischen 1941 und 1943 Frauen, die wegen ihrer jüdischen Herkunft, ihres religiösen Glaubens oder wegen ihrer Lebensweise in einem Konzentrationslager inhaftiert waren und unter der Tarnbezeichnung „Sonderbehandlung 14 f 13“ getötet wurden.

Der Tod dieser Menschen wurde mitgetragen und mitverantwortet durch Frauen, die sich kritiklos auf die Seite des nationalsozialistischen Regimes stellten und im Verwaltungs- wie im pflegerischen Bereich der „Euthanasie“-Anstalt ihren Beitrag zum organisierten Massenmord leisteten.

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Hinweis:

Seit 1989 befindet sich auf dem Gelände des Fachklinikums Bernburg eine öffentlich zugängliche Gedenkstätte. Weitere Informationen der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt zu Anfahrt, Ausstellungen, Veranstaltungsterminen und Flyer zur Bernburger Geschichte und Gedenkstätte gibt es hier .

Im Juni 2023 ist auch der Katalog zur Dauerausstellung „Die Vernichtung der ´Unbrauchbaren´ NS-Gesundheits- und Rassenpolitik am Beispiel der ´Euthanasie´ -Anstalt Bernburg“ erschienen. Er ist im Buchhandel oder direkt in der Gedenkstätte erhältlich.