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Grete-Minde-Ausstellung in Tangermünde

Grete Minde entstammt einer angesehenen Tangermünder Patrizierfamilie, mit der sie Zeit ihres Lebens um ihr Erbteil stritt.

Im Sommer 1616 heiratete Grete Minde den Soldaten Tonnies Meilahn. Dieser verbrauchte ihr Heiratsgut und verunsicherte anschließend als herrenloser Landsknecht die Landstraßen. Als der tangermünder Rat ihn 1619 wegen seiner räuberischen Überfälle verhaftete, wusste er, dass ihm der Tod bestimmt war. Bei seiner Vernehmung beschuldigte Meilahn seine Frau, weil sie ihr Erbe nicht bekommen hätte, die Stadt Tangermünde zwei Jahre zuvor angezündet und somit den großen Stadtbrand von 1617 verursacht zu haben.

Der Magistrat, froh endlich eine Schuldige zur Verantwortung ziehen zu können, führte ein Gerichtsverfahren durch, dessen Ergebnisvon vorn herein feststand.

Am 22. März 1619 musste Grete Minde qualvoll auf dem Scheiterhaufen sterben. Über 250 Jahre galt Grete Minde als „Verruchtes Weib“, als die Brandstifterin, die das größte Unglück über Tangermünde brachte. Erst Ludolf Parisius schrieb 1883 nach genauem Studium der Gerichtsakten ihre „Ehrenrettung“. Bis heute beschäftigt der „Fall Grete Minde“ Historiker, Juristen und Künstler.

Eine eindeutige Aussage zu ihrer Schuld oder Unschuld konnte aber bisher nicht getroffen werden.

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Weiterführende Hinweise:

Zur als „schönste Kleinstadt Deutschlands“ gekürten Kaiser- und Hansestadt Tangermünde
https://www.tangermuende.de/de/tourismus/wir-sind-die-schoenste-kleinstadt-deutschlands.html

Zu Ausstellung, Sehenswürdigkeiten und thematischen Führungen unter http://www.touristinformation-tangermuende.de bzw. zum Herunterladen des Tourismus-Flyer

Zu weiteren FrauenOrten in Sachsen-Anhalt, die wie bei Grete Minde
ebenfalls die reale Frauenpersönlichkeit hinter Theodor Fontanes weiblichen Romanfiguren vorstellen:

bzw. auch an das Ausmaß der sogenannten „Hexenprozesse“ erinnern: