Johanniter-Kindertagesstätte
"Rotkäppchen", Zörbig

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahmen auch in Deutschland die Forderungen nach Öffnung des Lehramtes
und anderer Erziehungsberufe für Frauen zu. Kinderbetreuung und -erziehung außerhalb des Hauses als Tätigkeitsfelder
von Frauen ebneten den Weg für eine gesellschaftliche Akzeptanz weiblicher Berufstätigkeit.
Die Kindergartenbewegung war ein wichtiger Motor in diesem Prozeß.
Ausgehend von der Lernfähigkeit der Kinder zielte Friedrich Fröbel, Begründer dieser Bewegung, mit seiner Methode auf deren individuelle Entwicklung. Mit ihren praktischen Vorführungen warben die von ihm ausgebildeten Frauen für die Anerkennung und Verbreitung der Kindergartenidee. So auch 1846 in der Stadt Zörbig.
Obwohl die Vorführungen auf große Resonanz stießen, kam es zunächst am 6. August 1846 zur Gründung der ersten Kinderbewahranstalt in Zörbig. Finanzielle Schwierigkeiten stellten die Existenz dieser Einrichtung immer wieder in Frage. Erst die großzügige Stiftung des Zörbiger Arztes Dr. August Heller und seiner Ehefrau Emma verhalf der Anstalt zu einem eigenen Gebäude und der Fröbelschen Idee zu einem festen Wirkungskreis. Das 1856 neu erbaute "Hellerstift" öffnete als Kindergarten im Fröbel'schen Sinne für Kinder aller Schichten seine Pforten. In diesem Haus befindet sich auch heute, die älteste, noch existierende Kindereinrichtung in Deutschland, die sich seit 1996 in der Trägerschaft der Johanniter-Unfallhilfe befindet.

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