Jenny Hirsch - Frauenrechtlerin- Redakteurin- Schriftstellerin

Die aus einem jüdischen Elternhaus in Zerbst stammende Jenny Hirsch (25.11.1829 – 10.03.1902) wurde eine der führenden Persönlichkeiten der frühen bürgerlichen Frauenbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.       

Ihre Kindheit, Schulzeit und Jugendjahre verbrachte sie in Zerbst. Die gute Schulbildung in der Höheren Töchterschule hob sie stets hervor. In Zerbst gründete sie eine konfessionslose Privatschule für Mädchen und Jungen. Mit 30 Jahren zog es sie nach Berlin.
Als erste Schriftführerin des „Vereins zur Förderung der Erwerbstätigkeit des weiblichen Geschlechts“, des späteren LETTE-VEREINS, spielte Jenny Hirsch eine bedeutende Rolle im Kampf um die Selbstbestimmung der Frau durch Arbeit. Dieser Verein ist noch heute eine wichtige Berliner Bildungsinstitution.

Jenny Hirsch übersetzte die Kampfschrift „The Subjection of Women“ (Die Hörigkeit der Frau) von John Stuart Mill und löste damit heftige Diskussionen über die soziale und politische Gleichberechtigung der Frau in Deutschland aus.
Als Herausgeberin der Zeitschrift „Der Frauen-Anwalt“ informierte sie ihre Zeit-genossinnen über die Fortschritte der Frauenrechte in aller Welt.

Jenny Hirsch verdiente ihren Lebensunterhalt als Mitarbeiterin zahlreicher Zeitschriften und Zeitungen. Die Autorin viel gelesener Kriminalromane verarbeitete auch Historisches aus dem Zerbster Milieu, so u.a. in „Frauenrache“.

Als Jüdin und als Frau kämpfte Jenny Hirsch mit dem Beispiel ihres eigenen Lebens gegen die herrschenden Vorurteile ihrer Zeit.

Ihr Grab auf dem jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee in Berlin wurde anlässlich ihres 175. Geburtstages vom LETTE-VEREIN restauriert.

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