Touristische Anregungen


FrauenOrte erzählen Geschichten, legen eigene frauengeschichtliche Traditionen in Sachsen-Anhalt frei, ermutigen auch zur Auseinandersetzung mit Klischees über Frauenrollen und Weiblichkeit, die bis heute reproduziert werden.
Die FrauenOrte verteilen sich einem Netz vergleichbar über das Land und sind deutlich durch Hinweistafeln im öffentlichen Raum erkennbar. Einen zeitlichen Bogen von etwa tausend Jahren Geschichte spannend, ermöglichen die gekennzeichneten Orte Zeitreisen mit regionalem Bezug  und sind zugleich beliebig zu ergänzen. Das gleichnamige Buch verknüpft thematisch die markierten FrauenOrte im Land.
FrauenOrte - eine Anregung zur Spurensuche nach Frauengeschichte in Sachsen-Anhalt soll Frauen Mut machen, sich mit ihrem Woher und Wohin zu beschäftigen, eigene  Erlebnisse und Erfahrungen für spätere Generationen festzuhalten, sie auch als Kraftquell zu nutzen.


Ob mittels Stadtrundgängen zur Frauengeschichte wie in Quedlinburg, Halle [mehr: www.frauenzimmergeschichten.de ; www.courage-halle.de   auch Touristinformation Halle],oder in der Lutherstadt Eisleben sowie  individuell zusammengestellten thematischen Zeitreisen - die FrauenOrte sind ein Anfang eigene, auch neue Wege zur Geschichte des Landes Sachsen-Anhalt zu finden.

http://www.frauenorte.net/html/verein/NebraTour/DSC00048klein.jpghttp://www.frauenorte.net/html/verein/pics-stadtrundgang/Emma%20Seydlitz%20am%20Martinsberg.JPG  

 

 

 

AnsprechpartnerInnen:

Nur Mut! Selbst wenn die jeweiligen Tourist-Informationen nicht gleich weiter helfen können, wenden Sie sich an die Gleichstellungsbeauftragten der Städte und Landkreise oder auch an museale Einrichtungen. Dort erhalten Sie sicher sachdienliche Hinweise und Auskünfte.
Bezogen auf die FrauenOrte berät Sie auch gern Dr. Elke Stolze, Tel.: 0345 / 687 31 49
elke.stolze@frauenorte.net

Hier einige thematische Anregungen::

Frauenleben im Mittelalter

 

 

 

Wie lebten Frauen im Mittelalter? Gab es unterschiedliche Lebensentwürfe von und für Frauen? Interessieren Sie sich für das Leben der Herrscherinnen  können Sie beispielsweise in Magdeburg und  Quedlinburg den Spuren der Ottoninnen  folgen oder sich nach Freiburg an der Unstrut auf Schloss Neuenburg begeben, um Elisabeth von Thüringen kennenzulernen.

Eine Route mit den Stationen Magdeburg (St. Sebastian, Dom u.a.) - Schloss Quedlinburg - Kloster Helfta (Eisleben) – Sangerhausen - Schloss Neuenburg Freyburg (Unstrut) ermöglicht die Beschäftigung mit Frauenleben im Mittelalter, religiös bestimmten Bewegungen und deren Einfluss auf Lebenswelten von Frauen. Dabei  werden Ihnen auch die Mystikerinnen von Helfta - die Begine Mechthild von Magdeburg, Gertrud und Mechthild von Hackeborn – und auch Jutta von Sangerhausen begegnen. Klöster waren für Frauen nicht nur Stätten religiösen Lebens. Sie sind Orte der Bildung, des Schutzes, der Versorgung, auch der Wohltätigkeit und Nächstenliebe, ebenso Orte der Macht.

Diese vorgeschlagene Zeitreise  lässt sich thematisch ebenso durch den Einfluss der Reformation mit den Stationen Lutherstadt Wittenberg und Gernrode,  wie auch zum Thema Hexenverfolgungen mit den Stationen Schönebeck und Tangermünde erweitern.


Grete Minde

 

 

 

 

 

Katharina Bora Grete Minde, Tangermünde Quelle: http://www.gaededesign.de/html/grete_minde.html                                                                                             

Von der Wanderbühne zur bürgerlichen Geselligkeit


 

 

 

 

Kunst, Literatur, Theater waren Bereiche, in denen weibliches Wirken durchaus toleriert und auch gefördert wurde. So ist die Geschichte nicht nur des Weißenfelser Hofes ebenso mit Johann Sebastian Bach, wie auch mit Anna Magdalena Bach und Caroline Neuber - die Neuberin - verbunden. Interessant ist auch, der Frage nachzuspüren, welchen Einfluss die Frauen der Fürsten von Anhalt oder die von Stolberg-Wernigerode an ihren Höfen hatten. Eine Route mit den Stationen Schloss Neu- Augustusburg Weißenfels, Schloss Dessau (Johannbau), Schloss Oranienbaum,  Schloss Wernigerode und/oder Zerbst ermöglicht Ihnen, dem Leben und Wirken von Frauen im "Schatten" landesherrlicher Macht verstärkt Aufmerksamkeit zu schenken. In diesem Kontext ist auch ein Abstecher zum Schloss Lichtenburg in Prettin, das als Witwensitz der kursächsischen Fürsten entstand, zu empfehlen.

 

Frauen mischen sich ein ...


 

 

 

 

Interessieren Sie sich mehr für Fragen der Geschichte der Moderne und deren emanzipatorischen Möglichkeiten und Entwicklungen für Frauen, empfehlen wir eine Route mit den Stationen Droyssig ( bei Zeitz ), Zörbig, Salzwedel, Merseburg, Leuna, Wolfen, Bad Kösen, Halle, Dessau, Halberstadt. Sie lernen den ältesten noch bestehenden Kindergarten kennen, ebenso die erste Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen, Erzieherinnen und Lehrerinnen, den ersten Kindergarten eines Industrieunternehmens, Arbeits- und Berufswelten von Frauen und damit verbundene Entwicklungsmöglichkeiten für sie. Beispielhaft für unternehmerisches Handeln begegnet Ihnen Käthe Kruse. Eine der Pionierinnen auf parlamentarischer Bühne war die Halberstädterin Minna Bollmann. Im Ständehaus Merseburg tagte mit dem Provinziallandtag das größte Kommunalparlament unserer Region. Hier gestalteten ab 1921 auch Frauen Politik Dem Ringen der Frauenbewegung um gleiche Bildungs- und Entwicklungschancen für Frauen, eingeschlossen deren Zulassung zum Studium, zu akademischen Berufen und entsprechenden Tätigkeitsfeldern begegnen Sie besonders in Halle - an der Universität und der  Burg Giebichenstein - und am Bauhaus Dessau.

 

Frauen im Dritten Reich


 

 

 

Die Gedenkstätte für die Opfer der NS- "Euthanasie" Bernburg, die Lichtenburg Prettin, das Gelände des Arado-Werkes in Wittenberg, die Synagoge Gröbzig... sind FrauenOrte des Erinnerns, Gedenkens und der historischen und persönlichen Aufarbeitung.

 

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