Tangermünde
Altes Rathaus

Seit 1929 stadtgeschichtliches Museum
Grete Minde entstammt einer angesehenen Tangermünder Patrizierfamilie, mit der sie Zeit ihres Lebens um ihr Erbteil stritt.
Im Sommer 1616 heiratete Grete Minde den Soldaten Tonnies Meilahn. Dieser verbrauchte ihr Heiratsgut und verunsicherte anschließend als herrenloser Landsknecht die Landstraßen. Als der tangermünder Rat ihn 1619 wegen seiner räuberischen Überfälle verhaftete, wußte er, daß ihm der Tod bestimmt war. Bei seiner Vernehmung beschuldigte Meilahn seine Frau, weil sie ihr Erbe nicht bekommen hätte, die Stadt Tangermünde zwei Jahre zuvor angezündet und somit den großen Stadtbrand von 1617 verursacht zu haben.
Der Magistrat, froh endlich eine Schuldige zur Verantwortung ziehen zu können, führte ein Gerichtsverfahren durch, dessen Ergebnisvon vorn herein feststand.
Am 22. März 1619 mußte Grete Minde qualvoll auf dem Scheiterhaufen sterben. Über 250 Jahre galt Grete Minde als "Verruchtes Weib",als die Brandstifterin, die das größte Unglück über Tangermünde brachte. Erst Ludolf Parisius schrieb 1883 nach genauem Studium der Gerichtsakten ihre "Ehrenrettung". Bis heute beschäftigt der "Fall Grete Minde" Historiker, Juristen und Künstler.
Eine eindeutige Aussage zu ihrer Schuld oder Unschuld konnte aber bisher nicht getroffen werden.

   Zurück