Frieda Menshausen-Labriola (1861-1939) Stendal

 

Am 9.Dezember 1861 wurde Friedericke Menshausen als sechstes Kind des Kreisgerichtsrates Joseph Menshausen und seiner Ehefrau Friedericke in der Weberstraße 358 (heute Nr. 5) geboren. Sechzehnjährig verließ die Kunstbegabte Stendal und begann an der Kunstakademie Kassel Malerei zu studieren. Später setzte sie ihre Ausbildung in Weimar und München bei Max Thedy (1858-1924), Friedrich August von Kaulbach (1850-1920) und Bruno Piglheim (1848-1894) sowie in Berlin und Paris fort. Eine in dieser Zeit noch ungewöhnliche Entwicklung, waren doch höhere Bildungseinrichtungen Frauen weitestgehend verschlossen. Selbstbestimmt profilierte sich die Malerin, deren bevorzugte künstlerische Ausdrucksformen Stillleben, Miniaturen und Genre waren. Ihre besondere Vorliebe galt aber immer der Porträtmalerei. Sie porträtierte neben vielen anderen unbekannten und bürgerlichen Modellen z.B. die Großherzogin von Baden, die Prinzessin Viktoria Luise von Preußen, Viktoria von Großbritannien und deren Mutter, die englische Königin Viktoria I., sowie die Schauspielerin Eleonore Duse.
Seit 1907 mit dem italienischen Diplomaten Alberto Franz Labriola verheiratet, lebte und arbeitete die Künstlerin in Berlin, Bern und Rom. Als sie am 23. November 1939 in Assisi (Italien) hochgeachtet verstarb, hinterließ sie ein umfangreiches wertvolles Werk an Bildnissen von Menschen aller Gesellschaftsschichten.

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