Schönebeck (Elbe)

Mit Einführung des fortschrittlichen Reichsrechts der „Carolina“ 1532 wurden die Hexenverfolgungen in Deutschland Angelegenheit weltlicher Gerichte. In den Hexenprozessen des 16.-18. Jahrhunderts verurteilten sie auch in Mitteldeutschland insbesondere Frauen. In ganz Deutschland rechnet man mit etwa 40.000 Todesopfern. Unbekannt ist die Anzahl der darüber hinaus zu Landesverweisung Verurteilten sowie derjenigen, die während der Verfahren an den Folgen der Folter verstarben oder lebenslang litten. Leider gelingt es auf Grund der unzureichenden Überlieferung nur selten, diese Opfer namhaft zu machen, oftmals wurden nur Schimpf- oder Spottnamen in den Akten festgehalten. Stellvertretend für die in Schönebeck und Bad Salzelmen in Hexenprozessen Verurteilten sollen genannt werden: Ursula Penning und die „Schittegallische“ (1576); Katharina Heitmann (1607); Ursula Voigt und Grete Gräfe (1616); Anna Heitmann und Anna Hartmann (1617); Ilse Meurer und Anna Schlemmer (1618); Trine Roseler, Grete Kramer, Ilse Teschner, Maria Kleinicke geb. Meurer, Lene Dorer, Gertraud Zipper, Anna Langen, die Frau von Bastian Böckweg, die Witwe von Jacob Heinrich Kohler und Gretha Kolbitz (1619); Trina Battgen und Heda Brander (1620); Susanna Papen (1624); Anna Körbitz und Lene Jahn (1632); Margarethe Diesing, Margarethe Kolbe, Ursula Böttcher und Trina Seifart (1655); Margaretha Neteband, Frau Plenig, die „Agete“, Anna Bohmann, Frau Becker und Anna Henning; die Ehefrau von Bernd Schinkel (1664).
Die Jüngste von den genannten war 13 Jahre alt. Die Betroffenen aus unterschiedlichen sozialen Schichten waren im Magdeburger Turm und im Gefängnis des Alten Rathauses (heute: Standort Feuerwehrgebäude) von Bad Salzelmen inhaftiert. Die Brandsäulen für die Hinrichtung standen vor dem Magdeburger und dem Calbeschen Tor.

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