Salzwedel, Gardelegener Straße

Hier befand sich von 1944 bis 1945 ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme. Zeitweise bis zu 1500 jüdische Frauen und Mädchen, vorwiegend aus Polen und Ungarn stammend, waren als Arbeitskräfte für die Munitionsherstellung in der Draht- und Metallwarenfabrik eingesetzt. In den letzten Kriegsmonaten kamen mit zusätzlichen Transporten mehrere 100 Frauen hier an.
Die Lebensbedingungen - Ernährung, Kleidung, Unterbringung - waren schlecht. Viele der Frauen hatten einen langen Leidensweg vom Ghetto über das KZ Auschwitz oder Bergen-Belsen hinter sich. Auch noch im Außenlager Salzwedel stand vor ihnen die ständige Todesdrohung - der Abtransport in ein Vernichtungslager. Amerikanische Truppen befreiten das Lager am 14. April 1945 und registrierten ca. 2000 Frauen namentlich hier. Nach Erfassungen der Stadtverwaltung wurde später eine Zahl von 3000 Frauen angegeben.
Auf dem Perver Friedhof in Salzwedel sind Frauen aus dem Lager begraben.
Auf dem jüdischen Friedhof befinden sich 9 Grabstellen von Häftlingsfrauen, die noch nach der Befreiung verstarben. Die Baracken des Lagers wurden aufgrund der katastrophalen hygienischen Situation wenige Wochen nach der Befreiung verbrannt.
Am Rande des Lagergeländes erfolgte im Jahre 1970 mit einer militärischen Zeremonie die Einweihung eines Denkmals. Kontakt zu ehemaligen Lagerinsassen wurde während der Zeit der DDR nicht gesucht.
Seit 1996 weilten mehrere Gruppen von ehemaligen Häftlingsfrauen auf Einladung des Bürgermeisters in Salzwedel. Zur Erinnerung an den ersten Besuch wurde 1996 eine weitere Gedenktafel am Denkmal angebracht.

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