Henriette Catharina Fürstin von Anhalt Dessau (1637-1708)

Henriette Catharina entstammt dem Hause Nassau-Oranien, einem der vornehmsten Höfe und bedeutendsten Dynastien Europas. Die Enkelin des Statthalters der Republik der Vereinigten Niederländischen Provinzen, Wilhelm I. von Oranien-Nassau, und Tochter des Friedrich Heinrich von Oranien-Nassau und dessen Gemahlin Amalia von Solms wurde am 31.01.1637 als drittes von fünf Kindern in Den Haag geboren. Henriette Catharina erhielt in den Niederlanden eine umfassende Ausbildung und trat nach dem Tod ihrer Mutter eine überaus reiche Erbschaft an. Die Verbindung des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau (1627–1693) mit der niederländischen Prinzessin Henriette Catharina von Oranien-Nassau (1637–1708) leistete ebenso einen wichtigen Beitrag zur Fortsetzung der oranischen Dynastie wie sie nach dem Dreißigjährigen Krieg wichtige wirtschaftliche und kulturelle Impulse für das Fürstentum Anhalt aus den Niederlanden brachte. Manufakturen wurden gegründet, die Stadt Dessau erhielt ein neues Gesicht, mit Deichen und Kanälen wurden weite Teile des Landes urbar gemacht, es wurden Schulen und Altersheime errichtet. Nicht zuletzt entstand mit Oranienbaum ab 1683 ein bedeutendes barockes Ensemble aus Schloss- und Stadtanlage. Nach dem Tod des Fürsten übernahm Henriette Catharina 1693 für ihren noch unmündigen Sohn Leopold für fünf Jahre als kluge, besonnene und willensstarke Regentin die Regierungsgeschäfte. Mit ihren wirtschaftlichen, künstlerischen und politischen Innovationen bereitete die Oranierin den Boden für das Dessau-Wörlitzer Gartenreich – das Reformwerk ihres Urenkels
Leopold III. Friedrich Franz.

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Henriette Catharina von Anhalt-Dessau mit drei ihrer Kinder, Holländischer Künstler,
um 1680