Ottonenfrauen
„Denn sie strahlte durch solche gewaltigen Kräfte des Geistes, dass sie mit Würde das Reich, das verwaiste, vermocht’ zu regieren ...“ würdigten mittelalterliche Chronisten hochachtungsvoll wie hier Hrotsvit von Gandersheim (um 935 - um 975) die zweite Frau Ottos I., Adelheid (931-999), oder Thietmar von Merseburg die Frau Otto II., Theophanu (ca. 960-991) deren „Zucht, Festigkeit und trefflichen Lebenswandel“ er ebenso lobte wie ihre „männliche Wachsamkeit“ mit der sie die Herrschaftsansprüche ihres Sohnes wahrte.In seiner ersten Ehe war Otto I. mit der angelsächsischen Prinzessin Edgith (gest. 946) verheiratet. Sie erhielt von ihm Magdeburg als Morgengabe. Das Paar hielt sich hier häufig auf. Otto I. ließ der Stadt zeitlebens eine besondere Förderung zukommen. Das Gebiet zwischen Ostharz und Mittelelbe wurde zum Kerngebiet der Königsmacht unter den sächsischen Herrschern.Der Burgunderin Adelheid, der neben Schönheit auch Klugheit und Urteilskraft bestätigt wurden, verschafften verwandtschaftlichen Beziehungen Einfluss in Deutschland, Italien, Frankreich und Burgund. Mit der Kaiserkrönung Ottos I. wurde sie 962 „consors regni“. Nach der Hochzeit ihres Sohnes Otto II. mit der byzantinischen Prinzessin Theophanu musste Adelheid sich aus der Politik zurückziehen. Zu einer Aussöhnung kam es zwischen beiden Frauen, als es darum ging, dem Sohn und Enkel Otto III. (980-1002) den Thron zu sichern. Die Regentschaft verlief ohne größere Krisen und Konflikte, was Herrscher dieser Zeit kaum vermochten. Papst Urban II. (1088-1099) kanonisierte sie schon bald nach ihrem Tod.
Bild: Putzritzung am Ostflügel des Magdeburger Domkreuzganges (Aufnahme E. v. Flottwell, 1891)


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