Kindergarten "Sonnenplatz"
Leuna

Als 1916 mit dem Bau der "Basischen Anilin- und Sodafabrik Ammoniakwerk Merseburg" am Standort der heutigen Stadt Leuna begonnen wurde, setzte zugleich ein weitreichender Prozeß der Entwicklung einer neuen sozial-kulturellen Infrastruktur in der Region ein. Ausgehend von dem Gedanken, daß für die Bedienung moderner Produktionsanlagen gut ausgebildete, motivierte und kreative Mitarbeiter gebraucht werden, haben die Leuna-Werke in bedeutendem Maße in den Bau von öffentlichen Einrichtungen investiert und damit herausragende Reproduktionsbedingungen für die Beschäftigten geschaffen. Über diesen Weg die Verbundenheit der Belegschaft mit dem Werk fördernd wurden auch die Familien einbezogen. Es entstanden neue Erwerbsbereiche, die bisher zu den häuslichen bzw. familiären Aufgaben von Frauen gehörten. Waren Frauen beruflich tätig, mußten Lösungen für die Betreuung von Kindern geschaffen werden. So eröffneten die Leuna-Werke am 1.Mai 1926 in der Stadt Leuna den ersten Kindergarten eines Industrieunternehmens. Diese Stiftung des Werkes beschäftigte eine Leiterin und drei Erzieherinnen. Sie betreuten hier 25 Kinder ganztägig und wöchentlich 88 Kinder stundenweise. Die Satzungen der Stiftung formulierten den gestellten Anspruch, ein Kindergarten zu sein, der die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes in jeder Hinsicht fördert. Diese Zielstellung wurde durch die Aufnahmekriterien unterstützt. Das Gebäude in seiner Funktionalität und Ausgestaltung war auf die Bedürfnisse seiner kleinen Nutzer abgestimmt. Schon bald wurde der Kindergarten zu klein. Nach einem Jahr wurde ein weiteres Gebäude errichtet und die Aufnahmekapazität auf 60 erhöht.

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