Köthen (Anhalt), Bernburger Straße

Angelika Hartmann (1829 –1917)

wurde am 12.07.1829 in Köthen geboren und erhielt auch hier ihre Schulbildung. In ihrer Geburtsstadt gründete sie 1864 als alternative Einrichtung zur „Kinderbewahranstalt der Heinrichs-Stiftung“ den ersten konfessionsfreien Kindergarten an der Ecke Bernhard-Kellermann-Straße/ Bernburger Straße (heute Ärztehaus), in dem sehr erfolgreich die Spielpädagogik F. W. A. Fröbels (1782 – 1852) umgesetzt wurde. Schon drei Jahre später zog A. Hartmann wegen Platzmangel in die Friedrichstraße Nr. 6 um, wo sie das „Dr.-Karl-Schmidt-Institut“ etablierte. Dieses Institut von A. Hartmann war nach Fröbels Grundsätzen aufgebaut und bestand aus dem Kindergarten, einer Elementarschule und einer höheren Töchterschule. Zugleich war es Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen.
Im Jahre 1875 verlegte Angelika Hartmann ihre pädagogische Wirksamkeit nach Leipzig. Hier gründete sie den Leipziger Fröbelverein und einen Fröbelkindergarten mit einem Seminar zur Ausbildung von Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen. Damit und mit ihrer publizistischen Tätigkeit leistete sie einen entscheidenden Beitrag für die Verbesserung der Erwerbschancen von Mädchen und Frauen. All das führte zu breiter internationaler Anerkennung auch über die Grenzen Europas hinaus.
Siebzigjährig veranlaßt A. Hartmann die Stadt Köthen zur Begründung einer Stiftung, die nach ihr benannt einmal jährlich eine Erziehungsbeihilfe an eine Köthener Witwe vergibt.
1914 schenkten Leipziger Eltern und Kindergärtnerinnen der Stadt Köthen ein Denkmal, das der Bildhauer Paul Stuckenbuck fertigte.
Hochbetagt im Alter von 87 Jahren, alleinstehend und kinderlos, starb Angelika Hartmann am 22. März 1917 in Leipzig.

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