Kloster Drübeck

Das Kloster Drübeck gehört zu den ältesten Gründungen Mitteldeutschlands. Über 1100 Jahre lebten hier Frauen in einer Gemeinschaft. Otto I. nahm 960 das Benediktinerinnenkloster mit einer Güterschenkung in seinen Schutz, seine Nachfolger Otto II. und Otto III. bestätigten 980 und 995 Rechte und Güter der Reichsabtei. Das Bistum Halberstadt erhielt 1058 das Kloster. Die Reformen Bischof Reinhards (1107−1123) führten zu einer strengeren Befolgung der Benediktinerregel. Seit 1140 unterstand das Kloster der Vogtei der Grafen von Wernigerode (bis 1429) und anschließend der Grafen zu Stolberg-Wernigerode.

Im Zuge der Reformation säkularisiert, blieb Drübeck als evangelisches Damenstift erhalten. Es ist das Verdienst der Grafen zu Stolberg-Wernigerode, das Kloster im 17. Jahrhundert wieder aufzubauen und zu befördern. Infolge dieser Entwicklung ging Drübeck in herrschaftlichen Besitz dieses Hauses über. Eine Entwicklung, die nicht ohne Einfluss auf die Organisation des Damenstifts blieb und die Vertretung des Stiftes nach innen und außen einem Klosterrat übertrug.

Die wachsende Industrialisierung und die einhergehenden gesellschaftlichen Probleme beförderten an der Schwelle des 20. Jahrhunderts eine Neubestimmung der Wirkungsmöglichkeiten des Damenstifts und dessen Orientierung auf soziale Tätigkeiten. Es ist das Verdienst der Äbtissin Anna, Freiin von Welck (1903−1907) die Stiftsreform einzuleiten und dessen Aufgaben auf Erziehung, Ausbildung und Gesundheitswesen auszuweiten. Sie ebnete die Wege für die Einrichtung eines Erholungsheims für berufstätige, später auch alleinstehende, erholungsbedürftige und rekonvaleszente Frauen, das durch ihre Nachfolgerin im Amt Magdalene, Gräfin zu Stolberg- Wernigerode (1908−1955), eröffnet wurde. Das Erholungsheim Kloster Drübeck bestand im Sinne seiner Initiatorin bis 1991.


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