Freilichtmuseum Diesdorf
Molmker Straße 23

Die altmärkische Bäuerin im 18. und 19. Jahrhundert zeichnete sich durch ein selbstbewußtes, fleißiges Wesen sowie eine dem Haus und Hof unterworfene wirtschaftliche und standesgemäße Lebensart aus. Ihre oft reiche Mitgift gestattete ihr eine standesgemäße Eheschließung und gesellschaftliche Anerkennung. Sie erschien als (Bau)frau mit ihrem Mädchennamen gleichberechtigt neben dem Bauherrn am Tor über der Hofeinfahrt.
Während der Ehe gebar sie vier bis acht Kinder, von denen einige der sehr hohen Kindersterblichkeit zum Opfer fielen.
Ihre eigene tugendreiche und standesgemäße Erziehung gab sie an ihre Töchter weiter und achtete auf die strenge Einhaltung der altmärkischen Bräuche im Jahres- und Lebenslauf. Schon frühzeitig wurden die jungen Mädchen an die Leinwandherstellung, dessen gute Bevorratung den Hofreichtum charakterisierte, herangezogen. Die Bäuerin leitete die Mägde und Töchter bei der Haus- und Hofarbeit an, achtete auf umsichtige Arbeit im Garten und ausreichenden Wintervorrat der Nahrungsmittel. Am Herd bereitete sie eine kräftige, reichhaltige Kost zu, ohne verschwenderisch zu sein.
Die Bäuerin trug Tracht, an der regionale Herkunft, Familienstand sowie die Freuden und Trauerfälle des Hofes zu erkennen waren.

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