Diakoniewerk Halle,
Lafontainestraße

 

 

Auch die Stadt Halle musste sich mit den Auswirkungen zunehmender Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts auseinandersetzen. Wiederholt auftretende Epidemien und deren Folgen boten den Anlass auch über Armen- und Krankenfürsorge nachzudenken und geeignete Wege zu erschließen. Vor diesem Hintergrund hielten Honoratioren der Stadt die Diakonissen für geeignet, im Rahmen einer auf Christus begründeten Fürsorge tätig zu werden. Einer solchen Anregung entsprechend wurde im März 1857 nach dem Beispiel des Diakonissenmutterhauses Kaiserswerth und mit dessen Unterstützung im Weidenplan 4 ein evangelisches Diakonissenmutterhaus – das erste für die preußische Provinz Sachsen -  mit der Aufnahme der ersten Patienten eröffnet. Eine qualifizierte Ausbildung von Diakonissen für die Krankenpflege gehörte zu den Hauptaufgaben des Diakonissenmutterhauses. Als zwei Jahre später die erste Vorsteherin Wilhelmine Hesse die Saalestadt verlies, um nach Kaiserswerth zurückzugehen, verfügte die Diakonissenanstalt in Halle über eigene Schwestern und damit über wichtige Voraussetzungen für die künftige Arbeit. Bereits 1868 ist die Diakonissenanstalt in ihrem neuen Domizil am Mühlweg zu finden.
Die Einrichtung des Diakonissenwesens eröffnete zunächst für ledige Frauen eine Ausbildung für ein breites Spektrum sozialer Tätigkeiten, die eine berufliche Existenz im Rahmen einer religiösen Gemeinschaft ermöglichte. 

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