Residenzschloß Dessau    

Der Johannbau ist, bis nach dem II. Weltkrieg, immer Teil einer mehrflügeligen Schlossanlage gewesen: Der Johannbau (Westflügel) wies lange Zeit in allen Etagen nur langgestreckte Säle auf, in denen die Reiterei und das berittene Gefolge herrschaftlicher Gäste des Hofes untergebracht waren. Die Gliederung in kleinere Räume erfolgte erst in späterer Zeit. Der Ostflügel mit Blick auf die Mulde und den Tiergarten beherbergte traditionell die kostbar ausgestatteten Gemächer der fürstlichen Familie. Im Südflügel befand sich über der Hofküche der prachtvolle Festsaal. Die Fürstinnen Margarethe von Anhalt-Dessau (1473 - 1530) geborene von Münsterberg und Henriette Catharina von Anhalt-Dessau (1637 - 1708) geborene von Nassau-Oranien gehören zu den großen Frauengestalten des Fürstenhauses. Die Erstere ist als tiefreligiöse und hochgeehrte Regentin (seit 1516) für ihre drei unmündigen Söhne in die Geschichte eingegangen. Sie hat durch Festigkeit, Sparsamkeit und diplomatisches Geschick die Herrschaft der dessauischen Fürstenlinie in schwieriger Zeit gesichert und erweitert. Durch Henriette Catharina erhielt Anhalt-Dessau bei seinem Wiederaufbau nach dem 30jährigen Krieg unter Johann Georg II. wesentliche wirtschaftliche und kulturelle Impluse aus den fortschrittlichen Niederlanden. Ihre umsichtige Regentschaft (1693 - 1698) für den unmündigen Erbprinzen Leopold I. war durch kluge Besonnenheit und Willensstärke gekennzeichnet. Die Fürstin stiftete 1697/98 das erste Waisenhaus im Land.

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